Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Eltern

Unser Ziel

Eltern und Schule sind Erziehungs- und Bildungspartner in der pädagogischen Arbeit. Schule nimmt die Eltern als Partner ernst und gibt Raum für die verlässliche, auf gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung basierende Partnerschaft, damit die Erziehungs- und Bildungsarbeit zum Nutzen der Kinder gelingt und zum Schulerfolg der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen beiträgt. Eltern sind sich dabei ihrer Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder bewusst, bringen sich in der Arbeit an der Schule ein und werden in ihrer Erziehungsarbeit von der Schule unterstützt.

Download: Konzept zur Gestaltung der Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus (pdf-Datei, 432kb)

Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt "AKZENT Elternarbeit"

Im September 2012 startete das bayernweite Modellprojekt AKZENT Elternarbeit an 17 Schulen in Bayern. Unterstützt von der Stiftung Bildungspakt Bayern stellten sich die Modellschulen der Aufgabe, intensiv über die Zusammenarbeit mit den Eltern nachzudenken, Umfragen durchzuführen und Maßnahmen zur Verbesserung zu erproben. AKZENT steht dabei für „Anlassunabhängige und Kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, unterstützt durch Neue Technologien“

--> AKZENT Elternarbeit (ext. Link zur Stiftung Bildungspakt Bayern)

Als einzige Realschule in Oberbayern beteiligten wir uns an diesem Projekt. Zwei Jahre lang wurde intensiv diskutiert, erprobt, neu gestaltet und evaluiert. Am Ende dieses Entwicklungsprozesses stand eine feierliche Abschlussveranstaltung, bei der wir der Öffentlichkeit am 05.06.2013 unsere Ergebnisse vorstellten. Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe einer 10.000 Euro-Spende der Raiffeisenbank Gmund und des Lionsclub am Tegernsee, mit der die schulinterne Lehrerfortbildung in den nächsten fünf Jahren weitergeführt werden kann.

„Die Ansprüche an die erzieherische Arbeit von Schule und Elternhaus haben sich verändert. Es ist deshalb umso wichtiger, dass Schule und Eltern gut und als Partner zusammenarbeiten, um den erzieherischen Erfolg und damit auch den Bildungserfolg der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Das bedingt auch, dass man die Formen der Zusammenarbeit überdenken muss und neue Wege versucht“, erläuterte Schulleiter Stefan Ambrosi bei der Abschlussveranstaltung im Juni die Motivation der Schule am Projekt teilzunehmen. Übergeordnetes Ziel sei, dass sich die Schule als Ganzes (Schulleitung, Lehrkräfte, päd. MitarbeiterInnen) eine Haltung der Achtsamkeit, Ansprechbarkeit und Gesprächsbereitschaft verpflichtet fühlt und stets bemüht ist, diese Haltung in der täglichen Arbeit zum Ausdruck zu bringen.

Informelle Gesprächsanlässe zu schaffen, bei denen Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung zwangslos zusammenkommen und sich kennen lernen können, war ein Baustein im Projekt. Erprobt wurden z.B. sportliche Elternabende, regelmäßige Elternstammtische, aber auch die Öffnung des Unterrichts für Elternbesuche und der Eltern-Lehrer-Chor, der an unserer Schule schon feste Institution ist. Diese Angebote stießen auf großes Interesse bei den Eltern, sodass einige davon auch als fester Standard ins Schulprogramm aufgenommen wurden.

Online-Kommunikation ist ein weiteres Thema: Wir setzen schon seit längerem darauf, Elternbriefe bevorzugt per E-Mail zu verschicken; ein Angebot, das rund 95% der Eltern in Anspruch nehmen. Auch die Homepage berichtet stets aktuell aus dem Schulleben, alle Lehrkräfte sind über ihre dienstliche Mailadresse für die Eltern erreichbar – ein Angebot, das lt. der schulinternen Elternumfrage für über 80% der Eltern wichtig ist. Eine Antwort erhalten die Eltern innerhalb von zwei Schultagen, so ist es in den nun verfassten „Standards für die Elternarbeit“ festgeschrieben.

An weiterführenden Schulen hemmt das Fachlehrerprinzip bisweilen die Kommunikation: Wenn eine Schülerin bis zu zwölf verschiedene Lehrkräfte hat, ist es für die Eltern kaum machbar, mit allen regelmäßig in Kontakt zu bleiben. Unsere Schule hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Klassleiter als Mittelpunkt der Kommunikation zu stärken.

Schule meldet sich bei den Eltern leider erst oft dann, wenn etwas nicht gut läuft, wenn es z.B. Probleme mit der Disziplin oder der Leistung gibt. Um dem etwas entgegenzusetzen, geben wir einerseits mit den Zeugnissen auch Urkunden aus, die besonderes Engagement oder Zuverlässigkeit würdigen, andererseits haben wir gemeinsam mit einem externen Coach ein System entwickelt, das uns dabei hilft, Stärken der Schüler unkompliziert festzuhalten, sodass wir diese dann beim Gespräch mit den Eltern rückmelden können.

In der Evaluation zeigt sich, dass diese Maßnahmen ankommen: Waren es 2011 noch 63% der Eltern, die sich über die schulischen Stärken und Schwächen ihres Kindes gut informiert fühlten, ist dieser Wert 2013 auf 90% gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der Eltern, die der Aussage zustimmen, dass sie mit ihren Anliegen jederzeit zu den Lehrkräften kommen können: von 75% (2011) auf 91% (2013).

Die Kommunikationskompetenz der Lehrkräfte weiterzuentwickeln, bildete für unsere Realschule Tegernseer Tal den Schwerpunkt des Projektes. Wie man Elterngespräche gut führt, besonders dann, wenn es schwierige Themen zu besprechen gibt, kommt in der Lehrerausbildung leider kaum vor. Wir haben deshalb die 3000,- Euro, die seitens der Stiftung Bildungspakt für das Modellprojekt zur Verfügung gestellt wurden, ausschließlich für Referenten im Rahmen der schulinternen Lehrerfortbildung ausgegeben, mit Erfolg: Die Kollegen und Kolleginnen bestätigten in einer schulinternen Umfrage, dass sie diese Fortbildungen als Gewinn bringend erleben und daraus auch Sicherheit für die Zusammenarbeit mit den Eltern ziehen können.

Für solche Fortbildungen stehen im Schulwesen bedauerlicherweise nur wenig Mittel zur Verfügung. Umso mehr freuen wir uns und sind dankbar, dass wir dank zweier Sponsoren die beeindruckenden Erfolge nach Projektende in die Zukunft führen können: Die Raiffeisenbank Gmund (Josef Paul) und der Lionsclub am Tegernsee (Thomas Garhammer) überreichten bei der Abschlussveranstaltung dem Schulleiter einen symbolischen Scheck über 10.000 Euro. Mit diesem Geld (pro Jahr 2000 Euro) war die schulinterne Lehrerfortbildung für fünf Jahre gesichert!

Insgesamt, das zeigte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse der Evaluation, genießt unsere Schule bei den Eltern großes Vertrauen und Anerkennung: 94% der Eltern würden die Schule weiterempfehlen, rechnet man noch diejenigen dazu, die dieser Aussage „eher“ zustimmen, steigt der Wert auf 98%. Diese hohen Zustimmungswerte sind für uns selbstverständlich Grund zur Freude, das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch bei uns freilich Schüler gibt, die sich nicht wohlfühlen und dass auch bei uns nicht immer alles perfekt läuft.
Offen zu sein für Anregungen und Kritik, sowie eine Fehlerkultur zu pflegen, die offen mit Versäumnissen umgeht, ist deshalb nach unserem Selbstverständnis Voraussetzung, den eingeschlagenen Weg in der Schulentwicklung weiter gehen zu können.